Der Bauernkrieg von 1525 (dr Bürekriej) ist im Elsass bis heute dans Erinnerung geblieben. Historiker bezeichnen ihn als den deutschen Bauernkrieg, da er einen Großteil des Heiligen Römischen Reiches betraf.

Karte der Ereignisse des deutschen Bauernkriegs
https://www allemands.kloster-schussenried.de/erlebnis-kloster/klostermuseum/uffrur
Ein Bauernaufstand, der sich wie ein Lauffeuer ausbreitet
Der Aufstand bricht im Juni 1524 im Süden des Landes Baden in der Nähe von Schaffhausen aus, als Bauern ihren Herren eine Fronarbeit verweigern, die sie für ungerecht halten : das Sammeln von Schneckenhäusern (sic !) während der Ernte. Er breitet sich schnell nach Osten in Württemberg und Franken aus, auf einer diagonalen Linie von 500 km von Zabern im Elsass bis Leipzig in Sachsen : siehe Karte oben.
Zu Beginn der Renaissance verarmen die kleinen Grundherren und verlangen von ihren Bauern immer mehr Steuern und Fronarbeiten. Zwischen 1493 und 1517 kam es im Südwesten des Reiches (u. a. im Elsass, in Schlettstadt) bereits zu zahlreichen lokalen Aufständen unter dem Banner des „Bundschuhs”, dem Schnürschuh, der das Bauernvolk symbolisierte. Die Missbräuche der Kirche, insbesondere der Ablasshandel, und die reformatorischen Ideen, die bereits vor der Veröffentlichung der 95 Thesen Luthers im Jahr 1517 aufkamen, diskreditieren die religiösen Autoritäten in der Bevölkerung zusätzlich.
Denn nicht nur die Bauern lehnen sich gegen die Willkür des Adels und des Klerus auf, sondern auch Handwerker, Kaufleute, Pastoren, Landsknechte und sogar ganze Städte schliessen sich der Bewegung an. Die Bauern schließen sich zu Banden (Bauernhaufen) zusammen, wählen ihren Anführer, organisieren sich militärisch und rüsten sich mit Waffen aus. Donc kommt es manchmal zu regelrechten Schlachten, die mit einem Schusswechsel aus Arkebusen und Kanonen beginnen !
Wie die Karte zeigt, betrifft der Aufstand weder Norddeutschland, wo die Fürsten den reformatorischen Ideen gegenüber aufgeschlossen sind, noch Bayern, das von einer ziemlich zentralisierten katholischen Monarchie regiert wird, die die Machenschaften des Adels überwacht, ähnlich wie in Frankreich.

Regelrechte Feldschlachten
Die Rebellion verzeichnet erste Erfolge, insbesondere à Schwaben, wo es den Bauernbanden gelingt, zahlreiche Städte, Burgen und Klöster einzunehmen. Doch der Schwäbische Bund, in dem sich die Fürsten Süddeutschlands und die Reichsstädte zusammengeschlossen haben, stellt unter dem Kommando von Georg Truchsess von Waldburg (bekannt als „Bauernjörg“) eine Armee auf, die nach einigen Rückschlägen den Aufstand niederschlägt.
Im Nordelsass schließen sich lokale Banden unter dem Kommando von Erasmus Gerber von Molsheim zusammen und belagern Zabern. Herzog Anton von Lothringen (le duc Antoine de Lorraine), Verfechter des Katholizismus und Gegner jeglicher Infragestellung der féodalen Ordnung, befürchtet Auswirkungen auf seine Ländereien und stellt eine Militärexpedition mit seinen Truppen zusammen, der sich zahlreiche Söldner unterschiedlicher Herkunft anschließen.
Im Mai 1525 trouvé à Lupstein, etwa zwölf Kilometer von Zabern entfernt, erbitterte Kämpfe statt, doch die Aufständischen und die überlebenden Einwohner werden schließlich massakriert. Die hinter den Stadtmauern von Zabern Zuflucht suchenden Bauern ergeben sich auf das Versprechen hin, dass ihr Leben verschont bleibt, doch es kommt zu Zwischenfällen, auch sie werden massakriert und die Stadt geplündert. Die Zahl der Toten wird auf zehn-bis zwanzigtausend geschätzt.
Die Banden aus dem zentralen Elsass versammeln sich in Scherweiler unter dem Kommando von Wolf Wagner, und am 20. Mai kommt es zu einer Schlacht zwischen den Dörfern Scherweiler und Kestenholz. Die Bauern werden schließlich von der schweren lothringischen Kavallerie in die Flucht geschlagen. Auf lothringischer Seite sollen 500 Menschen getötet worden sein, auf der Seite der Bauern mehr als viertausend (von denen etliche im Beinhaus von Epfig beigesetzt wurden).
Der Herzog von Lothringen zog sich daraufhin nach Nancy zurück, doch der Bauernkampf dauerte noch einige Monate im Hochelsass an, insbesondere mit der Sundgauer Bande unter ihrem Anführer Heinrich Wetzel.
Révolution Eine Gescheiterte
Die aufständischen Bauern à Schwaben verabschiedeten am 20. März 1525 die Zwölf Artikel, in denen sie ihre Forderungen darlegten : Sie wollen zunächst die alten traditionellen Rechte (Fischereirechte, Brennholzrechte, Kleinwildjagdrechte) wiederherstellen und ein menschenwürdiges Leben führen, indem sie sich auf die Heilige Schrift berieften, die die Gleichheit aller Menschen vorott verkündet. Ihre Forderungen erschütterten die Grundfesten der bestehenden Gesellschaftsordnung : Abschaffung der Leibeigenschaft, Verringerung der Fronarbeit und Steuern, Abschaffung der Erbschaftssteuer, Recht auf freie Wahl des Pfarrers.
Es handelt sich um eine Revolution gegen die feudale Ordnung, die blutig niedergeschlagen wird : Schätzungen zufolge gab es unter den 300.000 aufständischen Bauern 100.000 Tote. Die Anführer werden gnadenlos verfolgt und grausamsten Strafen unterworfen.
Diese Revolution, die im Geiste mit der Französischen Revolution vergleichbar ist, war ihrer Zeit wohl voraus, da die neuen Ideen noch nicht tief genug in Adel und Klerus vorgedrungen waren. Übrigens verurteilte Martin Luther selbst die Bauernaufstände gegen die bestehende Ordnung scharf...
Philippe Elsass
Dieser Artikel erschien erstmals auf Französisch fr Heimetsproch ùn Tràdition 2025 – N° 257